Dorfkirche Buckau

Gemeinde Buckautal, Land Brandenburg
Ein Meisterwerk im schlichten Gewand

Der Ort

Als Buchuvi taucht Buckau erstmals 937 in einer Urkunde auf, wobei die alte Ortsbezeichnung auf die Besonderheit einer slawischen Siedlung hinweist, was westlich der Elbe äußerst selten war. Als 946 Kaiser Otto I. den Buckauer Honigzehnt dem Mauritiuskloster zu Magdeburg schenkte, wird es erstmals als Buckau urkundlich erwähnt. Der Ort erhielt 1859 das Stadtrecht. 1887 erfolgte die Eingemeindung der Stadt nach Magdeburg. Architektonisch interessant sind die noch vorhandenen gründerzeitlichen  Industrieanlagen, wie das des ehemaligen Grusonwerk AG Buckau und einige Gebäude in der Formensprache der 1920er Jahre, wie das Umspannwerk oder der Bahnhof, die die industrielle Kraft dieses Stadtteils repräsentierten.


Altar Buckau

Spätgotischer Schnitzaltar

Mit dem kunstvoll verzierten Altar verfügt die Kirche im kleinen Buckau über einen Schatz, der nach der Restaurierung erst wieder richtig zur Geltung kam. Der gotische Schnitzaltar stammt aus der Zeit um 1420 und wirkt unscheinbar und schlicht. Mit geschlossenen Seitenflügeln ist ihm nicht anzusehen, was sich für ein Kunstwerk dahinter verbirgt. In der Mitte steht mit verklärtem Lächeln, das Jesuskind auf dem rechten Arm, die Gottesmutter Maria im goldenen Gewand. Der sitzend dargestellte Jesus hält einen Vogel in seiner Hand. Der Vogel weist möglicherweise auf die Passion hin, kann aber auch als Schöpferkraft des Gottmenschen verstanden werden. Bei den vier heiligen Jungfrauen auf den Seitenflügeln handelt es sich um die Heilige Katharina mit Rad und Schwert, die Heilige Dorothea mit dem Rosenkorb, die Heilige Barbara mit Märtyrerpalme und dem Turm und die Heilige Gertrud, Schutzpatronin der Kirche, deren achthundert Jahre alte Grabplatte als Altarstufe dient. Die beiden Seitenflügel sind rechts und links je mit sechs Aposteln bemalt, einschließlich des heiligen Paulus. Der ursprünglich auf die Orgelempore verbrachte Altar wurde erst 1917 wieder aufgestellt, wobei die Predella nicht wieder aufzufinden war. 2005 wurde er restauriert und die Predella ergänzt. In einer Nische des Chorraums steht eine aus Lindenholz geschnitzte Muttergottes „Maria mit dem Jesuskind mit Apfel“. Die um 1396 entstandene Skulptur wurde 1986 restauriert. Bei Mariendarstellungen ist häufig das Symbol des Apfels mit der Liebe Gottes verbunden.


Die Feldsteinkirche

Die romanische Feldsteinkirche stammt aus dem Jahr 1200. Sie wurde einschiffig mit eingezogenem Chorquadrat und Apsis errichtet. Der Triumphbogen spannt sich zwischen Langhaus und Chor. Auf der Südseite befindet sich die zugemauerte Priesterpforte mit einem besonders schön gemauerten, doppelten Bogen. Kanzel und Taufstein stammen aus der Zeit der Renovierung der Kirche um 1860. Die Deckenbalken wurden 1915 neoromanisch bemalt. Der 2006 restaurierte Taufengel hängt seit 2007 wieder in der Kirche. Auf quadratischem Grundriss ist der neoromanische Backsteinturm um 1860 erbaut worden und ersetzte den baufälligen Holzturm. Die romantische Orgel von 1864, die von Orgelbauer Carl Böttcher aus Magdeburg erbaut wurde, ist noch weitgehend im Originalzustand.

Kontakt

Ev. Pfarramt Wollin
Hauptstr. 68
14778 Wollin
Tel: 033833 70315

Dorfkirchenverein Buckau e.V.
Eheleute Gandow
Altes Pfarrhaus
14793 Buckau
E-Mail: pfarrer.gandow@berlin.de
Tel: 033830 61338


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