Dorfkirche St. Elisabeth zu Zeddenick

Stadt Möckern, Pfarramt Möckern
Christus und Maria in der Mandorla

Der Ort

Auf der Straße von Möckern nach Königsborn liegt rechter Hand das Dorf Zeddenick, heute ein Ortsteil der Stadt Möckern. 992 wurde der Ort als Zobemeh erstmals in der Tauschurkunde zwischen König Otto III. und Kloster Memleben urkundlich erwähnt. An der Kirche macht eine Tafel auf das Gefecht bei Zeddenick, im Rahmen der Schlacht von Möckern am 5. April 1813, aufmerksam. 1995 beschloss die Gemeinde, in der Dorfgemarkung den sehr häufig vorkommenden Kiebitz in das Wappenbild aufzunehmen. Dieser Vogel ist seit vielen Generationen an einer bestimmten Stelle zu Tausenden versammelt. Es gibt sogar in der Gemarkung ein Gelände, das bis heute den Namen „Kiebitzstücken“ trägt. 2009 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Zeddenick nach Möckern eingemeindet.


Altar Zeddenick

Der Altar

Durch die Liturgieveränderungen auf dem Tridentinischen Konzil im 13. Jahrhundert entwickelte sich die Altarretabel. Im Chor der Dorfkirche St. Elisabeth zu Zeddenick steht die schöne, spätgotische Schnitzretabel aus der Zeit um 1420, vermutlich stammt sie aus der Parlerschule und ist im sogenannten schönen oder auch böhmischen Stil gestaltet. Die Flügel sind seit 1827 nicht mehr vorhanden. Für die ursprünglich zu hohe Predella wurde bei der Restaurierung eine neue, niedrigere geschaffen. Der Mittelschrein der Schnitzretabel zeigt die liebliche Madonna mit dem Christuskind auf dem Arm, das sich nach links, von der Mutter weg, zu den Menschen neigt. Die seltene Darstellung Christus und Maria in der Mandorla zeigt die Inthronisation Marias als Himmelskönigin. Christus hält in der linken Hand ein Buch, die rechte Hand hielt vermutlich die Krone. Rechts und links der Mandorla ist je ein Heiliger mit Spruchband abgebildet. Links und rechts der Madonna stehen auf mit Maßwerkblumen verzierten Emporen je zwei Heilige. Bei dem Bischof zur Linken könnte es sich um den Heiligen Nikolaus handeln. Beachtenswert ist die farbliche Gestaltung der Figuren. Die Bemalung von nur bestimmten Teilen der Gewandung und des Gesichtes entwickelte sich in der Spätgotik und verlangte den Künstlern ein hohes Maß an Präzision ab. 2005 wurde der Altar restauriert. Das 2007 erneuerte, vergoldete Schleierbrett zeigt filigran geschnitzte Rundbogenarkaden, welche mit typisch spätgotischen Dreipass-Ornamenten versehen sind.


Die Kirche

Urkundlich wird die Elisabethkirche erstmals 1187 als selbständige Pfarrei erwähnt. Die Kirche ist aber älter, vermutlich aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Sie ist ein für diese Gegend typischer Bau mit breiten, quer rechteckigem Wehrturm, langgestrecktem, rechteckigen Kirchenschiff, dem eingezogenen Chor und der halbkreisförmigen Apsis. Viele Teile sind noch aus dieser romanischen Zeit oder nach dem Umbau, deutlich als solche zu erkennen. Der Turm bekam bereits in spätromanischer Zeit eine Aufstockung. Im 18. Jahrhundert erhielten die Fenster ihre heutige Größe und Form. Ein runder Triumphbogen trennt das Kirchenschiff vom Chor. Bei der Restaurierung von 1900 bis 1902 wurden in Chor und Apsis Reste spätromanischer Wandmalerei aus der Zeit nach 1200 entdeckt. Die Wandmalereien bestehen aus Arkaturen mit Heiligen und Engeln mit Spruchbändern. An der Südostwand der Kirche befindet sich eine freigelegte spätgotische Christophorus-Darstellung. Der achteckige, spätromanische Taufstein in Kelchform stammt aus dem 13. Jahrhundert.


Kontakt

Ev. Pfarramt Möckern
Kirchstr. 23
39291 Möckern
Tel: 039221 401

Gudrun Scholz
39291 Zeddenick
Tel: 039221 647997


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