Dorfkirche zu Hohenwarte

Einheitsgemeinde Möser, Pfarramt Schartau
Die Anbetung der Heiligen Drei Könige

Der Ort

Das Gebiet des heutigen Ortes Hohenwarthe wurde bereits in der Jungsteinzeit bewohnt und erstmals 1225 urkundlich erwähnt. Bis 1631 betrieb man in der Region Weinbau, den die Mönche mitgebracht hatten. Daran erinnert heute nur noch die höchste Erhebung in der Umgebung. Der Weinberg ist 75 Meter hoch und bietet einen schönen Blick über die Umgebung. Jetzt ist das Dorf ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Möser. Wunderschön, von Kiefernwäldern umgeben, fließt am westlichen Dorfrand die Elbe vorbei und im Norden überquert der Mittellandkanal in einer Trogbrücke die Elbe.


Altar Hohenwarthe

Das Kleinod am Ufer der Elbe

Der auf einer romanischen Altarplatte stehende Altaraufsatz der Dorfkirche zu Hohenwarthe ist ein spätgotisches Schnitzretabel aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. In der Mitte des Schreins ist die Szene der Anbetung der Heiligen Drei Könige dargestellt. Links daneben steht ein heiliger Diakon über Jakobus Major, rechts Stephanus über Magdalena. Auf jedem der Flügel sind vier Heilige, je zu Zweien übereinander gestellt, zu sehen. Diese sind ebenfalls in plastischer Art geschnitzt worden. Die dargestellte Heilige Familie im Mittelschrein ist ebenso wie die Heiligen Drei Könige als Halbplastiken ausgeführt. Die Bemalung der Figuren ist typisch für die Spätgotik im Norddeutschen Raum. Alle Gewandungen sind auf der Außenseite vergoldet und auf der Innenseite in blau gefasst. Das Gemälde auf der Predella, dem Unterbau des Flügelaltars, zeigt Christus mit den klugen und den törichten Jungfrauen. Die vergoldeten Schleierbretter sind alle samt gut erhalten. Beachtlich ist ihre äußerst filigrane Schnitzerei. Von der einstigen Bemalung der Flügelrahmen, welche wohl ein Ornamentband zierte, ist leider nicht mehr viel zu erkennen.
Die Blütezeit der Flügelaltäre fällt in die Spätgotik. Zwischen 1470 und 1520 entstanden neben den großen, berühmten auch kleine Meisterwerke von meist namenlosen Meistern, die Zeugnisse einer Epoche sind, die sich der Einheit von Architektur, Plastik und Malerei verschrieben hatte. In Deutschland wird die Zeit von 1350 bis 1520/30 als Spätgotik bezeichnet.


Die Hohenwarther Kirche

Die evangelische Kirche steht am Hochufer der Elbe. Sie wurde 1250 von Magdeburger Prämonstratenser-Mönchen aus Bruchstein im spätromanischen Stil  errichtet. Sie besteht aus einem rechteckigen Kirchenschiff, einem leicht eingezogenen Altarraum und einer halbkreisförmigen Apsis. Das romanische Nordportal ist heute vermauert. Die Fenster erhielten im Jahre 1658 bei Umbauarbeiten barocke Formen. Das Kirchenschiff wurde mit einer flachen Decke abgeschlossen, die mit dekorativer Schablonenmalerei versehen ist. Emporen und das meiste Mobiliar sind im barocken Stil um 1700 für die Kirche angefertigt worden. Die hölzerne achteckige Taufe stammt aus dem Jahr 1696, ebenso die hölzerne Kanzel, der Opferstock und das Gestühl. Der Westgiebel erhielt um 1880 eine auffallende Umgestaltung mit einer offenen Glockenarkade, die mit einem achteckigen Backsteintürmchen mit Blendnischen und einem spitzen Helm bekrönt wird. Die Altarplatte stammt aus romanischer Zeit, während der kunstvoll geschnitzte Altaraufsatz aus der Spätgotik stammt.


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