Dorfkirche St. Maria zu Tryppehna

Stadt Möckern, Pfarramt Möckern
Schlichte Schönheit in Lindenholz

Der Ort

Auf dem Weg von Möckern nach Burg liegt linker Hand Tryppehna am westlichen Ausläufer des Flämings. Der Ort wurde als Tribeni 992 im Rahmen einer Schenkung an das Kloster Memleben erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf kam im 16. Jahrhundert als Teil des Amtes Gommern zum sächsischen Kreis Belzig. Seit 1818 gehört es zum preußischen Landkreis Jerichower Land. Erst 1843 wurde die Ortsbezeichnung Tryppehna amtlich festgelegt. Am 1. Januar 2009 wurde, die bis dahin selbstständige, Gemeinde Tryppehna in die Stadt Möckern, im Landkreis Jerichower Land, eingemeindet.


Altar Tryppehna

Der Altar

Im 13. Jahrhundert war es durch eine Veränderung in der Liturgie auf dem Tridentinischen Konzil möglich geworden, auf den hinteren Rand der Altäre größere Aufbauten zu stellen. So entstanden nach und nach Altarretabele in unterschiedlicher Form. Das kleine, spätgotische Schnitzretabel der Dorfkirche St. Maria zu Tryppehna wurde wahrscheinlich in der Zeit um 1430 bis 1440 gefertigt. Es zeigt im Mittelschrein die Madonna, die von zwei übereinander stehenden Heiligen zur Linken und zur Rechten eingerahmt wird. Links oben steht Johannes der Täufer, links unten Maria Magdalena. Rechts oben ist der heilige Georg und rechts unten Jacobus der Ältere zu sehen. Die geschnitzten Figuren sind von außerordentlich hoher Qualität. Bemerkenswert ist, dass alle Figuren ungefasst und unbemalt sind. Diese Art der Figurenschnitzerei, welche sonst nur im Süddeutschen Raum häufiger anzutreffen ist, erfordert eine hohe Kunstfertigkeit da hierbei keinerlei Fehler durch die Kreide-Ölfassung verdeckt werden können. Tilmann Riemenschneider war einer der ersten der Altarfiguren in dieser Form fertigte. Die Predella ist mit einer Rankenmalerei in der Folge einer Restaurierung des 19. Jahrhunderts verziert worden. Zum originalen Bestand des Altars gehören die überaus aufwändig gearbeiteten mit Fischblasenmaßwerken verzierten Schleierbretter. Im Hintergrund der Figuren ist die einstige Vergoldung nur noch fragmental erhalten. Beide Flügel sind bereits seit dem 19. Jahrhundert verschollen.
Einmalig in der Region ist der, seit 1945 alljährlich am ersten Juliwochenende, unter freiem Himmel gefeierte Erntebittgottesdienst. Eine schöne Tradition, die ihren Ursprung in Ostpreußen hat.


Die Kirche

Die evangelische St. Marienkirche stammt aus romanischer Zeit, aus dem letzten Viertel des  12. Jahrhunderts. Sie besteht aus einem rechteckigen Kirchenschiff, dem sich ein eingezogener, quadratischer Chor und eine halbkreisförmige Apsis anschließen. Die Außenmauern bestehen aus gespaltenem Feldstein. Die Kirche betritt man durch ein Rundbogenportal in der Westwand. 1818 wurde auf dem Westgiebel ein Fachwerk-Dachreiter mit einem Ziegel gedeckten Pyramidendach errichtet. Dieser ist 1898 erneuert worden. 1930 wurde er abgetragen und durch einen quadratischen Holzturm ersetzt. Den Chor betritt man durch die erhaltene Priesterpforte. Der Kirchensaal wird von einer bemalten Flachdecke abgeschlossen. Kirchsaal und Chor sind durch einen schlichten Triumphbogen abgetrennt. Bemerkenswertes und zugleich das älteste Ausstattungsstück ist die spätromanische Sandsteintaufe mit Hufeisenbogenfries an der halbkugelförmigen Kuppa aus dem 13. Jahrhundert. Der hölzerne Kanzelkorb ist aus dem Beginn des 17. Jahrhunderts. Die Orgel auf der Westempore wurde Anfang des 19. Jahrhunderts gebaut.


Kontakt

Ev. Pfarramt Möckern
Kirchstr. 23
39291 Möckern
Tel: 039221 401

Fam. Nagel
39291 Trypphena
Tel: 039221 7297

Fam. Ulrich
39291 Trypphena
Tel: 039221 919380


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