Dorfkirche St. Stephanus zu Vehlitz

Stadt Gommern,Pfarramt Gommern
Maria, zur linken Petrus, zur rechten Paulus

Der Ort

Die Landstraße von Möckern nach Gommern führt durch die Ortschaft Vehlitz. Das Dorf liegt am Elbe-Nebenflüsschen Ehle, ist heute ein Ortsteil der Stadt Gommern und etwa fünf Kilometer nordöstlich von ihr entfernt. Vehlitz wurde 1308 erstmalig erwähnt, wobei der slawische Ursprung des Ortsnamens und das Baujahr der Kirche, um 1150, darauf hinweist, dass bereits zu dieser Zeit eine deutschstämmige Siedlung bestand. Spätestens ab dem 14. Jahrhundert gehörte es zum Herrschaftsgebiet von Kursachsen, das um Gommern eine Exklave im magdeburgisch-brandenburgischen Bereich gebildet hatte. 1813 fanden hier, im Zusammenhang mit dem Gefecht bei Möckern, kriegerische Handlungen statt. Daran erinnert das große Ehleschlacht-Denkmal am Ortsausgang. Ab 1816 gehörte Vehlitz mit Errichtung des Kreises Jerichow offiziell zum preußischen Königreich.


Altar Vehlitz

Der Altar

Das bedeutendste Kunstwerk der Dorfkirche St. Stephanus zu Vehlitz ist die dreiflügelige, spätgotische Schnitzretabel. Ab dem 13. Jahrhundert war es durch die Liturgieveränderungen auf dem Tridentinischen Konzil möglich geworden, auf den hinteren Rand der Altäre größere Aufbauten zu stellen. Die Altarretabel war geboren. Der spätgotische Flügelaltar der Dorfkirche zu Vehlitz stammt vermutlich aus dem niedersächsischen Raum und ist in der Zeit um 1500 entstanden. Auf einer hohen, unverzierten Predella, dem Unterbau des Altars, steht der Kastenaufbau, in dessen Mittelschrein sich die Maria mit dem Christuskind befindet. Ihr zur Linken Petrus und zur Rechten Paulus. In den Flügeln sind je sechs Figuren, in zwei Reihen übereinander, zu sehen. Im rechten Flügel sind sechs Apostel dargestellt, im linken vier und jeweils mittig oben Anna selbdritt, unten die Heilige Dorothea. Den Figuren sind schlecht Namen zuzuordnen, da ihnen die Attribute fehlen. Auffallend ist die farbliche Gestaltung der Figuren. Alle äußeren Gewandungen sind auf der Außenseite vergoldet, auf der Innenseite blau bemalt. Die langen Tuniken sind in einem metallisch wirkenden braun gehalten und an ihrer Unterseite mit einem goldenen Saum versehen. Ebenfalls beachtenswert ist die feine und künstlerisch hochwertige Gestaltung der Figuren. Die Schleierbretter mit ihren filigranen, typisch spätgotischen Maßwerkornamenten, dem kleeblattförmigen Dreipass, sind gut erhalten. Die einstige Bemalung der Flügelrückseiten ist nicht mehr zu erkennen.


Die Kirche

Der spätromanische Kirchenbau stammt aus der Zeit um 1150. Trotz späterer Anbauten lässt sich die romanische Saalkirche noch gut erkennen. Die St.-Stepanus-Kirche besteht aus dem Kirchenschiff und dem quer rechteckigen Kirchturm im Westen, die noch vom ursprünglichen Bau erhalten sind sowie einem schmaleren, gerade abschließenden Altarraum. Ebenfalls ursprünglich sind im Osten die Nord- und Südmauer des Chores und die romanische Priesterpforte. Der Chor wurde um zwei Fensterachsen verlängert und um einen Blendgiebel ergänzt. Trotz einiger Umbauten im 16. Jahrhundert sind an der Nordseite noch romanische Fenster erhalten. Das Kirchenschiff wird durch ein Rundbogenportal in der Südwand betreten. Es ist im Inneren mit einer flachen Decke geschlossen, die in den 1930er Jahren mit Schablonenmalerei versehen wurde. Die Kanzel mit Schalldeckel weist starke Bezüge zur Renaissance auf, obwohl sie aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammt. Der kelchförmige, gotische Taufstein stammt aus dem Jahre 1454 und ist der älteste Einrichtungsgegenstand. Auf den Seitenfeldern des Beckens sieht man Blendmaßwerk aus sich durchdringenden Rundbögen, mit Maßwerknasen und Lilien. Die Orgel wurde 1893 geschaffen.

Kontakt

Ev. Pfarramt Gommern
Am Kirchplatz 3
39245 Gommern
Tel: 039200 51445

Annegret Graßhoff
39291 Vehlitz
E-Mail: annegrasshoff[at]gmx.de
Tel: 039200 50992


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